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September 2013

Forumtheater-Treffen in Berlin

Anfang November treffen sich Gruppen und Kollegen zum Austausch der Erfahrungen und Entwicklungen in den verschiedenen Regionen und Städten

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Theater als Mittel für gesellschaftliche Mitbestimmung: Theaterpädagogische Fortbildung mit Mitgliedern der Bewegung Jana Sanskriti (Kalkutta/ Indien)

Wir freuen uns Sie auf die Veranstaltungsreihe “Theater als Mittel für gesellschaftliche Mitbestimmung“ des Aktionstheater Halle e.V. im Oktober 2013 mit Mitgliedern der Bewegung Jana Sanskriti (Kalkutta/ Indien) aufmerksam machen zu können.
Im Mittelpunkt steht eine dreitägige Fortbildung (04.-06.10.)  von Sima und Sanjoy Ganguly. In zusätzlichen Vorträgen und Diskussionsrunden geben die beiden Theatermacher_innen zudem Einblicke in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit der Bewegung „Jana Sanskriti“ in Indien.
Die Dokumentation „3m über der Großstadt“ am 06.10. zeigt  Ausschnitte eines gemeinsamen Workshops 2011 in Kalkutta, in einem anschließenden Gespräch ist es möglich noch mehr über die langjährige Zusammenarbeit des Aktionstheater Halle e.V. mit der Bewegung „Jana Sanskriti“ zu erfahren.
Ausführliche Informationen können Sie dem angehängten Programm entnehmen.
 
Es grüßen herzlich
 
Kathrin, Jan und Cynthia
Mitglieder des Aktionstheater Halle e.V.
 
 

Theaterpädagogische Fortbildung

Theater als Mittel für gesellschaftliche Mitbestimmung“

Freitag den 04.bis Sonntag den 06.10.2013 jeweils 10 bis 18 Uhr

Ort: Reilstraße 78, 06114 Halle (Saale)

In der dreitägigen Fortbildung „Theater als Mittel für gesellschaftliche Mitbestimmung“ stellen die beiden Theatermacher_innen Sima und Sanjoy Ganguly (Kalkutta/ Indien) Methoden und Werkzeuge des Theaters der Unterdrückten vor. Die beiden Theatermacher_innen sind Gründungsmitglieder der Bewegung „Jana Sanskriti“* und blicken auf 28 Jahre Theatererfahrung zurück. Im Mittelpunkt des Workshops stehen die Anwendungsmöglichkeiten und Potentiale des Forum- und Bildertheaters für eine gesellschaftliche Mitbestimmung.

„Wir schaffen mit Forumtheater einen demokratischen Raum, indem wir alle von einander lernen“ (Sanjoy Ganguly)

Wie können die Erfahrungen von „Jana Sanskriti“ auf unsere Gesellschaftsstrukturen übertragen werden? Was sind Anwendungsbereiche und wie können sie erweitert werden? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen des Forumtheaters, in Hinblick auf gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung?

Die Fortbildung richtet sich vorrangig an Theaterpraktiker_innen, Pädagog_Innen, Aktivist_Innen und andere Interessierte, die die Methoden, Werkzeuge und Möglichkeiten des „Forumtheater“ kennenlernen wollen oder bereits in ihrer Arbeit, bzw. ihren politischen Aktivitäten einsetzen.

 

Sprache: Englisch

Workshopgebühr: 75,00 € (Ermäßigungen sind im Einzelfall möglich)

Anmeldung unter: aktionstheaterhalle@web.de

Anmeldefrist: 27.09.2013

 

Verpflegung und Unterkunft können leider nicht zur Verfügung gestellt werden. Idee ist ein selbstorganisiertes Büffet, quasi jede_r bringt was mit. Bei der Suche nach preiswerten oder privaten Schlafplätzen unterstützen wir gern.

 

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst  und dem LAP-Aktionsfonds 2013 (SPI GmbH) des LAP Saalekreis

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Weitere Veranstaltungen mit Sima und Sanjoy Ganguly

 

Ein Erfahrungsbericht „3m über der Großstadt“ (Kathrin Lemcke, 2011)

Sonntag, 06.10. ab 19.00 Uhr

Ort: Reilstraße 78, 06114 Halle (Saale)

 

Der Film „3m über der Großstadt“ zeigt die gemeinsame Workshoperfahrung des Aktionstheater Halle e.V. mit Jana Sanskriti in Kalkutta/ Indien. Die Mitglieder des ATH e.V. brachten die Techniken für Trommeln aus Plastiktonnen und den Bau von Großpuppen aus alternativen Materialien mit. In einem gemeinsamen Prozess wurden die Techniken den vorgefundenen Möglichkeiten angepasst und inhaltlich mit westbengalischen Mythen und Liedern bereichert.

Höhepunkt waren zwei Straßenumzüge mit über 1000 Menschen durch Kalkutta und die Sundarbans unter dem Motto: Menschenrechte für alle!

 

 

Shonar Meye – Vortrag und Gesprächsrunde über die Frauenrechte in Indien

Dienstag, 08.10. um 20.00 Uhr

Ort: Q.(kju_point), Unterberg 13, 06108 Halle (Saale)

 

Die Theatermacherin Sima Ganguly erzählt von den gesellschaftlichen Hintergründen des Stückes „Shonar Meye“, welche Erfahrungen sie damit sammelte und zu welchen gesellschaftlichen Veränderungen sie über das Stück anregen konnte. Das Stück „Shonar Meye“ – Golden Girl handelt vom Leben eines Mädchens – seiner Kindheit, dem Weg des Erwachsenwerdens und dem Kampf mit den Herausforderungen, denen sie auf diesem Weg begegnet. Die Inhalte basieren auf den gemeinsamen Erfahrungen, die die Menschen der  Theaterbewegung „Jana Sanskriti“miteinander teilen; ihren Dilemmas, ihrer Unterdrückung und ihren täglichen Herausforderungen.

Obwohl das Stück vor mehr als 15 Jahren geschrieben wurde, hat es heute nichts von seiner Allgemeingültigkeit und Relevanz verloren. Minimalistische Bühnen- und Requisitenwahl und die freie Interpretation verschiedener Arten der Folklore aus Bengalen, Orissa und Jharkland, machen „Shonar Meye“ zu einem Stück, dass ansprechende Ästhetik mit unverblümter ideologischer Kritik verbindet.

 

weitere Informationen: http://kjupoint.wordpress.com/programm/veranstaltungsuebersicht/

 

Vortrag über die westbengalische Bewegung „Jana Sanskriti“ und Diskussion

Mittwoch, 09.10. ab 19.00 Uhr

Ort: Ständehaus, Oberaltenburg 2,  06217 Merseburg (Saale) – angefragt

 

Sima und Sanjoy Ganguly erzählen über die Entstehung der Bewegung „Jana Sanskriti“ und ihren zivilgesellschaftlichen Einfluss. Der Vortrag wird untermalt mit Filmausschnitten und Textauszügen aus dem Buch: „Forumtheater und Demokratie in Indien“ (Sanjoy Ganguly, Hrsg. & Übersetzung Birgit Fritz, 2011)

Zu einer anschließende Diskussion sind lokale Theatermacher_innen, Aktivist_innen und Politiker_innen geladen. Gemeinsam wird die Frage erörtert, inwieweit die Erfahrungen und Ansätze – gesellschaftlicher Veränderungen von Indien nach Deutschland – übertragbar sind.

 

 

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* „Jana Sanskriti“ blickt auf 28 Jahre Theatererfahrung zurück. Heute besteht „Jana Sanskriti“ aus vielen Theatergruppen, die in 12 Bundesstaaten aktiv sind und mit Forumtheaterstücken durch die Dörfer Indiens ziehen. Die Stücke handeln von sozial, politisch und gesellschaftlich brisanten Themen. 

Theaterarbeit ist für “Jana Sanskriti“ Bildungsarbeit. Die Menschen werden im Forumtheater Zuschauende ihres eigenen Verhaltens, so Sanjoy Ganguly, Mitgründer der „Jana Sanskriti“ Bewegung. Forumtheaterendet nicht mit der, von den Schauspielenden dargebotenen Vorstellung. Im Anschluss an das Stück hat das Publikum Gelegenheit in die Rollen der einzelnen Charaktere zu schlüpfen. Die Zuschauenden werden gefragt: wie würdet ihr in der Situation des Unterdrückten handeln, um die Situation zu ändern?  

Die Vorschläge werden von den Zuschauenden selbst auf der Bühne ausprobiert.

Sanjoy Ganguly  hebt den Begriff des „spect-actors“ (Zu-Schauspieler_in) hervor. Der Begriff beinhaltet, dass Menschen im Forumtheater Zuschauende sind, die die Geschichte durch ihr Handeln beeinflussen können.  Zum Einen, auf der Bühne, zum Anderen in der Realität.

 

Sanjoy Ganguly erklärt weiter, Theater soll  innere Umwälzungen („internal revolution“)  hervorrufen, um ausgehend davon positiv auf die Gesellschaft wirken zu können. Die „internal revolution“ beschreibt den Prozess des intellektuellen Wachstums des Individuums, bis hin zum Erkenntnisgewinn. Nur mit diesem und aus diesem heraus kann eine rationale Entscheidung getroffen werden, die weiter über eine Aktion in der äußeren Umwälzung („external revolution“) mündet.

 

 Theater humanisiert den Menschen, deswegen kann es auch die Gesellschaft humanisieren!“ (Sanjoy Ganguly)

 

Mit jedem Stück treten die Gruppen von „Jana Sanskriti“ mehrmals und in regelmäßigen Abständen, in einzelnen Dörfern auf. Die Menschen haben zwischen den Aufführungen Zeit, sich Gedanken über das Thema zu machen, sich auszutauschen und zu streiten, um dann diese neuen Gedanken, bei der nächsten Aufführung auf der Bühne umzusetzen. „Jana Sanskriti“ verfolgt das Ziel mit den Bewohner_innen der dörflichen Gemeinden in einen Austausch über das Problem zu treten.

Dieser Austausch fördert die Entwicklung von gemeinsamen Handlungsoptionen und damit die Stärkung der Zivilgesellschaft.  Er wirkt dem unsichtbaren Zaun zwischen den Menschen, hervorgerufen durch gesellschaftliche Vereinzelungsprozesse, entgegen. Diese Auseinandersetzungen helfen uns, intellektuell immer mehr zu wachsen.

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