opablog

Der Band mit seinen mehr als 500 Seiten („Der Zustand meiner Welt. Aus den Tagebüchern 1974-1994“, Aufbau-Verlag, 2014) fiel mir eher zufällig in die Hände; eine Auswahl aus 20 Jahren, also mit grossen Auslassungen. Das kam mir entgegen. Ich fühlte mich nicht genötigt, Seite für Seite abzuarbeiten, sondern blätterte und überblätterte.

Der da schreibt hat mit Fleiß und Sturheit sein Leben geformt, hat sich und uns allen einen bedeutenden Kunst-Turm gebaut. Darüber manches aus einer Art Vogelperspektive zu erfahren war anregend genug für mich als Zeitgenossen, wenn auch nicht Altersgenossen.

Im November 1979 äußert sich S. über seine Erfahrungen als Sekretär des Schriftstellerverbandes der DDR: „Andererseits hatte die Sekretärsfunktion mir Einblick in die eigentlich planlose Arbeit unserer Politiker verschafft. Ich sah, wie sie bald taten, was man ihnen von der Sowjetunion, bald was man ihnen auf andere Weise vom Westen her anschaffte.“  Ein beiläufig geäußertes Wissen, das in meiner…

Ursprünglichen Post anzeigen 286 weitere Wörter

Advertisements