Gegründet wurde das Festival in Wien 2008 zum 60-Jahr-Jubiläum der Deklaration der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Idee war es dabei, durch Filme das Bewusstsein für gesellschaftspolitische Themen und Menschenrechte zu schärfen.

This Human World: Filme für Cineasten und Mitdenker

Heuer findet in Wien zum zehnten Mal das Filmfestival This Human World statt. Die beiden Kuratorinnen Djamila Grandits und Julia Sternthal, die die Festivalleitung letztes Jahr übernommen haben, legen ein ambitioniertes und vielfältiges Programm vor.

Zur Eröffnung wird heute der Film „Weapon of Choice“ gezeigt, in dem die österreichischen Filmemacher Fritz Ofner und Eva Hausberger ein kritisches Porträt der in Österreich entwickelten Glock-Pistole zeichnen. Die Recherchen zu dieser „weltweit begehrten Dienst- und Mordwaffe“ führten sie unter anderem in die USA, den Irak und an den Wörthersee.

Völkermord und Tribunale

Neben vielfältigen aktuellen Menschenrechtsfragen werden auch historische Themen behandelt: So zeigt das Festival erstmalig in Österreich den Dokumentarfilm „Intent to destroy“ des US-amerikanischen Filmemachers Joe Berlinger, der sich mit dem Völkermord an den Armeniern auseinandersetzt und den problematischen Umgang des türkischen Staates mit seinem historischen Erbe behandelt.

Ein weiteres Highlight des Festivals ist die Dokumentation des „Kongo Tribunals“, das von Milo Rau in der Bürgerkriegsstadt Bukavu im Ostkongo sowie in Berlin inszeniert wurde.

Automechanikerinnen in Burkina Faso

Das Festival widmet sich aber nicht nur der Skandalisierung von Menschenrechtsverletzungen, sondern bringt auch ermutigende Beispiele: So porträtiert der Film „Ouaga Girls“ eine Gruppe junger Frauen, die sich in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou als Automechanikerinnen betätigen und sich in einer männlich dominierten Branche behaupten und wechselseitig stärken.

Im Rahmenprogramm wird unter anderem in den AfriPoint im sechsten Wiener Bezirk geladen, wo ein Workshop nach der Methode Augusto Boal stattfindet, der das Theater der Unterdrückten begründet hat.

Ängste und Vorurteile sowie traumatische Erfahrungen sollen abgebaut werden, Menschen mit und ohne Fluchterfahrung kommen zusammen.

Für Cineasten und Mitdenker

This Human World zeigt als renommiertes internationales Menschenrechtsfilmfestival Kontinuität. Die Kuratorinnen wollen laut eigenen Angaben ein Prisma schaffen, das aus cineastischen und diskursiven Erfahrungsräumen besteht.

Durch die enge inhaltliche Kooperation mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte und dessen wissenschaftlichem Leiter Manfred Nowak wird eine hohe wissenschaftliche Expertise gewahrt. This Human World läuft bis zum 10. Dezember und bringt über hundert Filme zur Aufführung.

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