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Theater macht Politik

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Forumtheater als forschendes Feld

Forumtheater als forschendes Feld

Das Forumtheater als zentrale Methode im Theater der Unterdrückten von Augusto Boal bezieht sich auf die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire, weitergeführt zur Pädagogik der Befreiung und zur Pädagogik der Hoffnung und Pädagogik der Autonomie.

Aus dem Forumtheater wurde im gemeinschaftlichen Forschen und Lernen auch das Bilder- und das Zeitungstheater entwickelt, Unsichtbares Theater entstand unter den Situationen der Diktatur und Unterdrückung, Legislatives Theater in den Situationen der Befreiung und der parlamentarischen Macht-Kontrolle.

Mit seiner Ästhetik der Unterdrückten schloss Augusto Boal kurz vor dem 2. Mai 2009 sein Lebenswerk ab, auf den Tag 12 Jahre nach Paulo Freire, dessen Gedächtnis wir 1997 in Toronto beim internationalen Festival des Theater der Unterdrückten begangen hatten.

Forschendes Feld und Forumtheater in den Wissenschaften

Alphabetisierung, wie sie Paulo Freire später für den Weltkirchenrat in den französisch-sprachigen Ländern Afrikas verbreitete, entstand als Grund-Idee in einer konkreten Situation in Brasilien: Eine gemäßigte Regierung zwischen den Militär-Diktaturen hatte in den 60er Jahren vor Wahlen angekündigt, dass nur Leute, die Lesen und Schreiben können, auch zur Stimmen-Abgabe zugelassen werden.

Im Nu hatten die Studierenden mit Paulo Freire einen Plan: Wenn sie in den nächsten Semester-Ferien in ihre Heimatdörfer zurückkehren, führen sie alle dort einen schnellen Grundkurs durch:

Lesen und schreiben der wichtigsten Wörter, der generativen Themen der Menschen, ist innerhalb ein paar Tagen möglich: Die portugiesisch-brasilianische Sprache baut auf wenigen wiederkehrenden und variierten Silben auf:

Lernen im Dialog

Das Bankiers-System in der Schule glaubt immer noch an eine weiter zu gebende Wissensfülle, wie sie in unseren Schulbüchern steht, statt irgendwann wirklich zu akzeptieren, dass das eigene Forschen Lernen und auseinander setzen auch bei Kindern tatsächlich Fähigkeiten entwickelt und sichert.

Bulimie-Lernen auch an den Hochschulen, durch die „Bologna-Reform“ in ECS-Zertifikate

Nürnberger Trichter war der alte Begriff, den die neuen Lerngruppen des Wandervogel schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts in ihrer europäischen Bewegung als alten Denkfehler der Lehrer und Schulen entlarvten und mit einer Bewegung zu neuen Medien und eigenen selbstorganisierten „Arbeits-Lagern“ entwickelten (ja, erst die Nazis pervertierten den neuen Ansatz!)

Adolf Reichwein entwickelte die historische Zeitleiste in den Klassenzimmern als gemeinschaftliche Arbeit und den Schul-Film, er kam aus dem Wandervogel und beschäftigte sich mit den Formen der Reformpädagogik, am Ende sollte er in einer Regierung nach Hitler zum Kultusminister werden, was ihm den Tod 1944 in Plötzensee brachte. https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Reichwein

zu Wandervogel und Reichwein:

Aktuelles Wiki dazu: http://wiki.eineweltnetz.org/doku.php?id=kritische_praxis Henry Thorau, Unsichtbares Theater. Alexander Verlag Berlin/Köln, 2013. ISBN 978-3-89581-276-7 

Eine Sammlung von Artikeln zur Kritischen Theorie an Hochschulen in internationaler Literatur

in der englisch-sprachigen Akademie-Literatur ist sehr viel mehr zur Kritischen Theorie und zur Pädagogik der Unterdrückten als Kritische Praxis zu finden: Viele Artikel und Übersetzungs-Anfänge von Artikeln https://paulo-freire-muenchen.blogspot.com

Toward a Non-Repressive Critical Pedagogy: Ilan Gur-Ze’ev, Haifa University

Die Pädagogik von Paulo Freire ist als „Kritische Pädagogik“ bekannt

  und sieht ebenso wie die Pädagogik von Giroux, die [[Kritische Theorie]] 
  der Frankfurter Schule als eine ihrer Hauptquellen; andere sind 
  radikale Theologie und die Ideologiekritik von [[Antonio Gramsci]]. 
  In der Bildung geht es laut Freire um kulturelles Handeln zur Emanzipation.
  In Giroux 'Sprache kombiniert Freire "die Sprache der Kritik" 
  mit "der Sprache der Möglichkeiten". Freire betont das Konzept der Bildung 
  als politische Praxis bei der Kontrolle von „Sprache“ und Bewusstsein als Teil 
  und als Bedingung für die Unterwerfung von Einzelpersonen und Gruppen durch die Herrscher.
 Freire untersucht Bildung als einen Aspekt der Beziehungen zwischen Kritik und Herrschaft. 
 Er erzieht sich gegen die Behauptung der herrschenden Gruppe, 
 dass Schulen Zentren für die objektive und neutrale Verbreitung relevanten Wissens sind.
 
 The pedagogy of Paulo Freire is known as “Critical Pedagogy” and, 
 like the pedagogy of Giroux, it also sees the Critical Theory of the Frankfurt School 
 as one of its main sources; others are radical theology and the ideology critique 
 of Antonio Gramsci. Education, according to Freire, is about cultural action for emancipation.  
 In Giroux’s language, Freire combines “the language of critique” with 
 “the language of possibilities”.  Freire emphasizes the concept of education as political practice
  in the control of “language” and consciousness as part of and as a 
  condition for the subjection of individuals and groups by the rulers. 
 Freire examines education as an aspect of the relations between critique and domination. 
  He educates against the ruling group’s claim that schools are centers for distributing 
  relevant knowledge in an objective and neutral manner.
  
https://paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2020/11/ilan-gur-zeev-critical-theory-critical.html

Zur Kritischen Praxis im Theater

Fritz Letsch: Theater macht Politik. Forumtheater nach Augusto Boal.Ein Werkstattbuch 1990; mit vielen kollegialen Beiträgen 2006 neu herausgegeben von Simone Odierna

Zur Kritischen Praxis in der Biografie

Fritz Letsch: …denn sie wissen nicht, was Liebe ist http://www.agspak-buecher.de/epages/15458842.sf/de_DE/?ObjectID=12762816

Ketzerbrevier eines Altöttinger Ministranten.

 

 

2021 feiern wir 100 Jahre Paulo Freire

befreiung und menschlichkeit AGSPAK Paulo Freire
Paulo Freire
Träume aushalten
rote fahne singt
gier zerstört

Deutschland meinte immer, es könnte stolz auf seine deutschen Pädagogen sein. Die pädagogischen Impulse aus anderen Kulturen und Ländern wurden immer nur von kleinen Gruppen aufgenommen, die den harten Weg der Auseinandersetzung mit einer allmächtigen Kultus-Bürokratie eingingen.

Einsicht gab es nur in Sonderfällen: Die katholische Maria Montessori, Freie Schulen kaum, Waldorf bei Eigenfinanzierung, … aber Grundlegendes änderte sich nur mühsam:

2021 feiern wir 100 Jahre Paulo Freire

Paulo Freire hatte ab den 1970er Jahren für alle international und pädagogisch Denkenden eine besondere Bedeutung:

Das Wort von den Unterdrückten, die Frage der Befreiung, auch in der Theologie, die Hoffnung gegen alle Macht der Diktatoren – trägt sie auch gegen die Macht der Vermarktungen?

Augusto Boal hatte eine Ästhetik der Unterdrückten geschrieben, in der es um diese Mächte geht:

Wer übersetzt und überträgt sie in unseren Kontext?

Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Praxis umzusetzen. Ausführlicher: http://coforum.de/?677 (-Links dort sind veraltet!)

Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.

plakat Boal

Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im Kontext entwickelte, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalte) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ bezieht den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre..

Im Jahr 1994 war Paulo Freire hier bei uns in München. 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.TheaterMachtPolitik AG SPAK Verlag

TheaterMachtPolitik AG SPAK Verlag

1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, seine Reise 1996 musste aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden, er wollte dabei gerne Habermas zum Gespräch treffen, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre …

100 Jahre Paulo Freire –
50 Jahre Pädagogik der Unterdrückten

Anfang der 1970er Jahre erschienen Artikel in Zeitschriften und hektografierte Blätter (den Spiritus-Geruch der clandestinen Erleuchtung im Gegensatz zu den muffigen Schulbüchern tragend) mit den Grund-Ideen der Pädagogik der Unterdrückten, und die Bewegungen im Trikont, der „3. Welt“ neben den aufgeteilten Blöcken von Kapitalismus und Diktatur des Proletariat im Kalten Krieg erschienen allen politisch denkfähigen Leuten damals befreiend:

Noch hatten nicht alle Kolonien sich von den ausbeutenden Nord-Ländern losgesagt, noch gab es den Bund der Blockfreien, die auch in der UNO am Gewicht schieben konnten, noch hatte die Nazi-Pädagogik den Prügel-Stock nicht abgegeben: „A Watschn hot no koam gschodt!“ behaupteten die CSUler im Landtag auf den Antrag von Hildegard Hamm-Brücher, die körperlichen Strafen abzuschaffen.

Doch sie hatten die autoritäre Gläubigkeit hinein geprügelt bekommen, und kaschieren sie bis heute als rassistische Abschiebe- und Polizeiminister mit neuen Uniformen und Pistolen …

Eine Pädagogik der Hoffnung?

Aktuell hat sich wieder mal herausgestellt, dass die berüchtigten Versuche „Abraham“ manipuliert waren: Der Mensch wäre kein Folterer seiner Mitmenschen, würde er nicht dazu gemacht: Ist der Mensch gut?

Ein Kind möchte lernen, und wer mit kleinen Heranwachsenden vor der Schule zu tun hat, weiß, dass er kaum genug antworten kann. Dann sollen sie still sitzen und schweigen. Der Drill von Klosterschule und Militarismus gibt nun die Antworten, die dann auf Anpassung, Gehorsam und Ersatz-Konsum hinauslaufen.

„Wenn jedeR nur kauft, was sie /er wirklich braucht, geht unser Kapitalismus zu Grunde!“

Gemeinschaftliches Forschen, wie es Paulo Freire mit seinen Studierenden begann, auch um ein Alphabetisierungs-Projekt für das damals im Ansatz demokratisch werdende Brasilien zu entwickeln …

Befreit euch von eurem schlechten Gewissen!

Beim großen Treffen in München 1994 im Gewerkschaftshaus stellten wir etliche Szenen als Forumtheater vor, das Paulo Freire als die glücklichste Umsetzung seiner Gedanken bezeichnete.

1994 waren die entwicklungspolitischen Gedanken noch nicht so sehr in unserer Gesellschaft verankert, der in fast allen Einrichtungen und Parteien herrschende Antikommunismus hinderte auch die Leitung der LMU, der Münchner Universität, den Gast aus Brasilien zu begrüßen, sie kamen lieber über die Hintertür auf die Bühne, als dem 35fachen Ehren-Doktor bei der Würdigung ihrer eigenen neuen Doktoren vorgestellt zu werden:

Kann Lernen wirklich Freude machen

Dr. Flavia Mädche hatte an der LMU mit einer Arbeit über Freire’s Befreiende Pädagogik promoviert Kann Lernen wirklich Freude machen und freute sich, ihr Vorbild an der Hochschule begrüßen zu können, aber … sie waren zu feige, ihm zu begegnen ….

http://www.agspak-buecher.de/Paul-Freire-Gesellschaft-Hg-Flavia-Maedche-Kann-Lernen-wirklich-Freude-machen Share on Facebook Tweet

Oktoberfest, Wiesneinzug und Attentat vor 40 Jahren

Kein Oktoberfest, Wiesneinzug und Attentat vor 40 Jahre: Keine rechten Lederhosen, sondern anständige Aufklärung der Mitwirkung der geheimen Dienste in Bayern an dem schrecklichen Wahlkampf-Attentat für Strauß gegen Schmidt im Bundestags-Wahlkampf.

Doch es gibt noch letzte Journalisten, die den Dingen auf der Spur bleiben, die ihnen als zu einfach erscheinen in dem Insider-Geschäft einer seit 40 Jahre verfilzten ReGierungspartei, die kaum mehr ernsthafte Gegner hat, nie wirklich kontrollierbar war, weil sie die Finger und Leute in Polizei, Justiz und Geheimdiensten hat.

Ein gelegentliches Stolpern über zu offensichtliche Bereicherung eines Innenministers lässt das System nicht wanken, auch eine flotte „Saludos Amigos“ Begrüßung räumt nur wieder einen Stuhl.

Die Banken-Mitwirkung der ReGierenden kommt manchmal in Spuren bei der Landesbank, mal aber auch in der Psychiatrie zum Vorschein: Die Affaire Mollath hatte schon mühevolle Vertuschung gebraucht, zuerst im Landtag, dann bei der Justizministerin, zuletzt noch bei Modell-Autos aus der Psychiatrie, als dann auch noch das Schweizer Bankwesen sauberer werden wollte:

Die Mollath-Gattin und ihre Nürnberger Hypo-Geldwäsche haben wohl erst ihrem letzten Gatten ein Vermögen gebracht, wogegen der erste „Fahrer“ sein Elternhaus, die Rennwagen-Werkstatt und Jahre seines Lebens in der Psychiatrie verlor. Immerhin kam er später zu einer stolzen Entschädigung.

Mit ihm dort in Bayreuth genau so zu Unrecht untergebracht war (und ist?) Ulfi, ein behinderter Mann, der als damals jugendlicher Kinds-Mörder einen schnellen Polizei-Erfolg darstellen sollte, wobei der Sumpf in die rechten Polizei-Kreise bis in den NSU reichen dürfte, der mit vielen rechten V-Leuten vor allem unter Zugewanderten über viele Jahre mörderisch Angst und Schrecken verbreiten konnte.

Das Wiesn-Attentat war angeblich auch ein Einzeltäter, dessen Freundeskreis unsichtbar gemacht wurde, und die Herkunft des Sprengstoffes aus NATO- oder Bundeswehr-Beständen und die Verbindung zum Projekt GLADIO, sollten zu keiner Zeit die Öffentlichkeit beunruhigen …

Bi in verschiedenen Generationen: Queer im Quadrat

über Bi in verschiedenen Generationen: Queer im Quadrat

DIE WIRREN!

Jedes Theater-Stück stellt verschiedene Szenen auf: Wo stehen die Sprechenden, welche Abstände haben sie, welche Richtung, welchen Ausdruck? Welchen Text? Covid19 stellt uns vor neue Wahrnehmungen.

DIE WIRREN!

Eine Organ-Aufstellung in der medizinischen Fortbildung zur Leib-Gestalt in der kollegialen Gruppe der Gestalt-Therapeut*innen brachte ein Stück hervor, das symptomatisch die Situation von gut 15 Leuten in den verschiedensten Arbeitsbereichen abbildet:

Von Sozial-Psychiatrie und Einzel-Praxis, von Obdachlosen-Arbeit bis Trainer-Fortbildung, von der Selbsthilfe zum gemeinsamen Singen mit Krebs-Patientinnen bis zur schamanischen Begleitung und sozial- beruflichen und medizinischen Beratung …

alle hatten in ihrer Weise zu lernen, nun auf neue Art mit Gruppen und Klienten zu arbeiten, mit Ängsten und Hygiene-Regeln, mit Unsicherheiten und Widerständen zu arbeiten und Lösungen zu finden.

Draussen im Garten bei prächtigem Wetter, in gut gelüfteten Räumen und auf Abstand, notfalls mit Masken:

Welche Organe sind angesprochen? Herz, Lunge, Immun-System, Kreislauf … die meisten in der Gruppe fanden ihre Aufgabe, zu zweit (ein Virus allein macht gar nix!) gebannen wir, auf den maskierten Organismus zu zu gehen und in ihn freundlich bittend einzudringen:

Helft uns überleben, ohne euch sind wir heimatlos, dem Tod geweiht!

Sie waren gemeinschaftlich so konfus, dass wir, mit einzelnen Abwehr-Maßnahmen beschäftigt, gut im Organismus-Kontakt bleiben konnten, bis alle erschöpft waren: Gewonnen!

Auch der Widerstand kann anstrengend sein!

Die Wirren sind konfus gemacht, durch die Widersprüchlichkeit der Nachrichten: Totenzahlen gegen Ungläubigkeit, Geschäfte mit Impfstoff und Rüstung, Fleischindustrie und Spargel, Kirchen und Gesang?

Die Bussgelder, die Demonstationen, die Erlaubnisse, die Verbote, alles eine Frage an Gehorsam oder Verantwortung. Autoritäre ReGierungen setzen auf Untertanen-Gehorsam und härtere Strafen.

Der archaische Mensch

möchte ewige Wiederholungen seiner glücklichen Kindheit, woraus immer sie zusammen-gestoppelt ist zwischen Prügeln und frühem Unrecht, schönem Sommer oder Winter …

Der bewusste archaische Mensch wird neue Formen finden, was ökologisch zeitgemäss die Festivals und Wasen und Wiesn, die kühlen Virus-Kirchen und das Plastik-Fleisch ersetzen: Kunst hilft!

Können wir demokratisch dem Pandemie-Geschrei begegnen?

Covidl-Datschkerl!

meine Mutter hatte ein Rezept, das hieß Povidl-Datschkerl, Kartoffel-Mehl-Teigtaschen gefüllt mit Zwetschgen oder Pflaumenmus, dem Powidl …

https://bar.wikipedia.org/wiki/Powidldatschgerl

https://www.gutekueche.at/powidltatschkerln-rezept-24362

Der fehlende Humor in der Angst lässt sich vielleicht mit so urigen Heilmitteln wieder finden?

Ins Problem vertiefen:

Corona und die Fleisch-Industrie

Die Gruppen lösen:

Selbsthilfegruppen und selbstorganisierte Initiativen als systemrelevant einordnen!

Nur Stämme werden überleben, hieß es in der Anfangszeit der ALTERNATIVEN, die nicht Deutschland, sondern die Welt im Blick hatten: Aber da niemand an der Selbstorganisation groß verdient, war die öffentliche Wahrnehmung immer reduziert worden, wie heute bei fff und Omas gg rechts und XR zum Artensterben

Auch, wenn die Gruppen sich jetzt wieder treffen können: Die Politik hat das Thema noch ausgeklammert, also auch weiterhin unterschreiben …

openpetition.de/petition/online/selbsthilfegruppen-und-selbstorganisierte-initiativen-als-systemrelevant-einordnen

Studie zu LGBTI* am Arbeitsplatz

Auch, wenn du selbst nicht in die Szenen gehörst, du hast Erlebnisse – oder Freund*e, zum Weitergeben:

Aktuelle Umfrage für LSBT*I*Q+ Personen am Arbeitsplatz

Die aktuelle Befragung zur Arbeitssituation von LSBT*I*Q+ (lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, queeren; ausführliche Informationen und Erklärungen zu Begrifflichkeiten finden sich auf der Startseite der Umfrage) Personen in Deutschland bietet Ihnen die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen!

Im Jahr 2017 hat das IDA | Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung unter Leitung von Prof. Dr. Dominic Frohn die Neuauflage der Studie „Out im Office?!“ veröffentlicht, welche aktuelle Erkenntnisse zur Arbeitssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Beschäftigten liefert.

Heute möchten wir auf diesen Erkenntnissen mit zwei neuen Schwerpunkten aufbauen. Zum einen blieb bislang, wie so oft, die Situation von inter* und / oder intergeschlechtlichen Beschäftigten und / oder Beschäftigten mit einer angeborenen Variation der Geschlechtsmerkmale unberücksichtigt – dies soll sich nun ändern!

Zum anderen haben wir das Ziel, den aktuellen Stand der Arbeitssituation von
LSBT*Q+ Personen zu erforschen, mögliche Veränderungen der vergangenen Jahre nachzuvollziehen und bisher nicht berücksichtigte Perspektiven – wie z.B. den Umgang mit der eigenen sexuellen und/oder geschlechtlichen Identität und/oder Intergeschlechtlichkeit im Kunden_innenkontakt – zu untersuchen.

Die Studie findet in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) und dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW (MKFFI NRW) statt. Ziele dieser Umfrage sind erste wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur (Arbeits-)Situation von inter* Menschen zu erfassen und diese mit der aktuellen Situation von LSBT*Q+ Beschäftigten – ergänzt durch die bisher nicht berücksichtigten Perspektiven wie den Kunden_innenkontakt – vergleichen zu können.

Genau aus diesem Grund sind Ihre Perspektive und Lebenswelterfahrung so wichtig, da wissenschaftlich fundierte Ergebnisse die Grundlage dafür bieten, aktiv zu Veränderungen beizutragen, die sich aus den Ergebnissen ableiten lassen.

Auch für den Fall, dass Sie Personen kennen, für die diese Umfrage interessant sein könnte, möchten wir Sie bitten, diesen Studienaufruf weiterzuleiten, sodass wir möglichst viele Menschen erreichen.

Bitte beachten Sie also, dass es zwei Links für die beiden verschiedenen Zielgruppen der Studien gibt. Link für die Studie, die sich speziell an inter* Personen (die sich natürlich auch als LSBT*Q+ identifizieren können) richtet: unipark.de/uc/K_0674/3a41/

Link für die Studie, die sich an LSBT*Q+ (lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, queere) Personen richtet: https://ww2.unipark.de/uc/K_0674/9333/


Magnus Hirschfeld erforschte schon vor mehr als 100 Jahren die Lebenssituationen, die er damals auch als „Zwischenstufen“ bezeichnete.

Am 4. Oktober 1920 wurde Hirschfeld nach einem Vortrag in München durch „Hakenkreuzler“ schwer verletzt; Zeitungen meldeten sogar schon seinen Tod, und er konnte seine eigeneTodesanzeige lesen.

Magnus Hirschfeld Sexualwissenschaftler
Magnus Hirschfeld Sexualwissenschaftler

 

IDAHOBIT* braucht Aufarbeitung der Leiden

der International Day Against Homophobie Biphobie Inter- und trans-Phobie entstand in Erinnerung an Diskriminierung der Homosexualität in der Medizin, ergänzt dann durch die entsprechenden Gruppen und die irrationalen Ängste vor der nicht-hetero-Liebe.

International day against Homophobia 17.Mai
International day against Homophobia 17.Mai

Am 17. Mai 1990 wurde auf Initiative eines mutigen Arztes die Homosexualität aus dem IDC, dem internationalen Verzeichnis der Krankheiten gestrichen.

 

Es gibt allerdings noch immer große Problematiken in den

nicht-binären Situationen:

Menschen da-zwischen, Intersexuelle mit nicht normativ erscheinenden Geschlechtsmerkmalen und Hormon-Entwicklungen, Trans-Sexuelle mit der psychischen Ablehnung, dem psychischen Verlangen des Wechsels.

Im Forumtheater

erlebte ich viele Szenen zu den Ängsten vor der Selbsterkenntnis und der Anerkenntnis von außen, mit Augusto Boal inszenierten wir 1997 oder 1999 im Münchner Rathaus noch eine „Ehe zu viert“, um Unrecht um Schwule, Lesben und Migration anzusprechen.

Vor 100 Jahren,

Magnus Hirschfeld Sexualwissenschaftler
Magnus Hirschfeld Sexualwissenschaftler

als Magnus Hirschfeld den Film „Anders als die Anderen“ entwarf und mitspielte, war Erpressung die größte Bedrohung der Schwulen. Sexuelle #Zwischenstufen und seine internationalen Forschungen sind bis heute nicht wieder eingeholt, #Postfaschismus in den Hochschulen schaffte auch die Sexualwissenschaften eher ab, als sie zu fördern, Sexualpädagogik ist bis heute ein streitiges Randthema der Schulen.

Hirschfeld-Denkmal am Hirschfeld-Ufer Berlin
Hirschfeld-Denkmal am Hirschfeld-Ufer Berlin

Der JustizMinister auf Twitter:

Heiko Maas @HeikoMaas am 17.5.2020
 
43 % der Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen in Deutschland leben ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität nicht aus – aus Angst vor Diskriminierung.
 
Das muss uns alle wachrütteln!
 
Alle haben Respekt verdient, egal wen man liebt.
 
Das gilt nicht nur am #IDAHOBIT. #IDAHOT
 

Es braucht noch Aufarbeitung der Leiden

Der §175 war mit der Reichsverfassung auch in Bayern gültig geworden, nach dem uns Ludwig II für seine Schlösser und Geld aus dem „Reptilienfonds“ an Bismark und den Kaiser verkauft hatte. Vorher kamen die schwulen Adeligen nach Bayern, um sich von hübschen Fischer-Burschen über den Würmsee rudern zu lassen …

Die Verschärfung des §175 nach der „Nacht der langen Messer„, dem von den Nazis Röhm-Putsch genannten Beseitigen der schwulen Struktur in der SA und nebenbei aller mißliebigen früheren Feinde und „Kameraden“ des Führers zum 1. Juli 1936 brachte bald die ersten Razzien an schwulen Tanzlokalen und Treffpunkten , „Rosa Listen“ bei der Polizei und Einlieferungen in Konzentrationslager. 

Sexuell eigenständige Frauen kamen in Lager und Bordelle zur Umerziehung, und ganz allmählich, nach dem die Täter alle tot sind, kommen auch die finsteren Strukturen zum Vorschein, wie Himmlers Tageskalender: In der SS herrschten „Säufertum, Größenwahn“ und „Weiber“

„Die größten Leistungen brachte die SS erst nach 1945, in ihrer Selbstdarstellung“.

Die Bundesrepublik blieb 1950 bei der Schwulenverfolgung, juristisch bis 1990, und sträubte sich bis neulich gegen eine Wiedergutmachung, auch der KZ- und Gefängnis-Zeiten, stolperte noch in die „Ehe für alle“.

Wie haben in den letzten Jahren noch etliche Freunde begraben, die auch bei der Beerdigung noch ohne Bemerkung zu ihren Freunden verabschiedet wurden.

Die Angst vor der Entdeckung, die Trauma der Selbst-Verleugnung, die Frage der offenen Diskriminierung im Beruf, noch letztes Jahr bei den Filmfestspielen in München ein Thema einer geschlossenen Diskussionsrunde.

Michail Bakunin und eine Hütte

Thüringen:

Wart ihr schon mal in der Bakuninhütte? Ein lebendiges anarchistisches Denkmal in der Nähe von Meiningen bakuninhuette.de
Bakuninhütte-Postkarte
Bakuninhütte-Postkarte
 

Der Meininger Wanderverein Bakuninhütte erhielt den Erich-Mühsam-Förderpreis

Erich Mühsam war in den frühen 1930er Jahren in Meiningen auf der Hütte und schrieb etliche Postkarten, auch an Zenzl in Berlin, wo er nach der Ausbürgerung aus Baiern in der Hufeisen-Siedlung lebte.

Erich Mühsam und Meiningen:

Ich hatte die Ehre, dort als Referent eingeladen zu sein, und im Verein im Rats-Saal von den Arbeiten um die Räterepublik in München zu berichten.
Sie hatten einen Bericht und einen Film davon gemacht, der auf der Seite zu finden ist: 
 
 
„Die Deutschen sind ein Volk, das in hohem Maße von der staatlichen Idee durchdrungen ist, dieser Geist war schließlich stärker als alle anderen Leidenschaften und hat ihnen buchstäblich den Freiheitsdrang erstickt.“ –Michail Bakunin

Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie

Der Anarchismus brachte die Welt immer wieder ins Wanken, ermöglichte aber auch die ersten sozialen Errungenschaften und beeinflusste die großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts.

Wo nahm diese Bewegung ihren Anfang, die seit 150 Jahren jeden Herrn und jeden Gott ablehnt? Warum ist der Anarchismus, der eine bessere Welt wollte als die, die sie früher war, noch immer aktuell?

Die zweiteilige Dokumentation beleuchtet von Frankreich über Japan bis nach Chicago und Buenos Aires die Ursprünge dieser politischen Philosophie und porträtiert die geistigen Väter der anarchistischen Bewegung wie etwa Pierre-Joseph Proudhon oder Michail Bakunin.

Darüber hinaus beleuchtet der Film Ereignisse und Meilensteine der Arbeitergeschichte vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts und bringt so die bedeutende Rolle der Anarchisten für die sozialen Bewegungen unserer Zeit ans Licht.

Die Dokumentation befasst sich unter anderem mit der Gründung der Ersten Internationale, dem Tag der Arbeit, dem Kampf um den Achtstundentag und den Attentaten während der Belle Epoque.

1. youtube.com/watch?v=zitXvK

2. youtube.com/watch?v=wvLRV2

Bakuninhütte bei Meiningen
Bakuninhütte bei Meiningen

„Wie ein Fels in der Brandung hat sie die Brüche der deutschen Geschichte überdauert.“

Die Frankfurter Rundschau mit einem lesenswerten Artikel über alternative, transformative Geschichte in Deutschland.

fr.de/politik/bakunin-huette-thueringen-freigeisterhaus-13201495.html

„Entfesselt die soziale Revolution!

Macht, daß alle Bedürfnisse wirklich solidarisch werden, daß die materiellen und sozialen Interessen eines jeden seinen menschlichen Pflichten gleich werden!“ – 30.5.1814, Geburt d. Revolutionärs u. Anarchisten Michail Alexandrowitsch Bakunin.

„Die Freiheit, Moral und Menschenwürde des Einzelnen besteht gerade darin, Gutes zu tun, nicht weil er dazu gezwungen ist, sondern weil er es frei begreift, liebt und liebt.“ Michail Bakunin

„Bei der Suche nach dem Unmöglichen hat der Mensch das Mögliche immer erkannt und erkannt. Und diejenigen, die sich weise auf das beschränkt haben, was sie für möglich hielten, haben nie einen einzigen Schritt nach vorne gemacht.“ Michail Bakunin GESUNDHEIT!

 
Wehende schwarze Flagge

„Alle Religionen mit ihren Göttern, Propheten, Messias und Heiligen sind das Produkt der Laune und Leichtgläubigkeit des Menschen, der noch nicht die volle Entwicklung und Persönlichkeit seiner intellektuellen Kräfte erreicht hat.“ Michail Bakunin

2. Mai 1997 +Paulo Freire, 2009 +Augusto Boal

23 Jahre nach Paulo Freire, 11 Jahre nach Augusto Boal:

Paulo Freire (* 19. Sept. 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor.  Bewusstseinsbildung, Volkserziehung, Bankierserziehung sind die wichtigsten Begriffe in der Pädagogik der Unterdrückten,

Augusto Boal, 16.3. 1931 in Rio de Janeiro geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern.  Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

Viva Boal, Viva Freire

Eine Erinnerung an Leben und Werk des brasilianischen Theatermachers Augusto Boal, der am 2. Mai 2009 verstarb – und ein Blick auf sein Theater der Unterdrückten hatten wir letztes Jahr in Berlin, zehn Jahre nach seinem Tod:

Mit Nora Amin, Fritz Letsch, Bárbara Santos und Henry Thorau.

Die Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache in der Theaterwerkstatt KURINGA http://kuringa.org/ brachte allerlei Aspekte zur Sprache, die uns geprägt hatten:

Internationales Denken, gleichberechtigt, offen für Veränderung …

Nora Amin hat 2011 das landesweite “Egyptian Project for Theatre of the Oppressed” und das „Arab Network“ dazu mit Verbindungen nach Libanon, Marokko und Sudan aufgebaut. Sie traf Boal 1997 in Brasilien und hat die in diesen Tagen neu aufgelegte arabische Übersetzung seines Buchs „The Rainbow of Desire“ verfasst.Rathaus-Hochzeit 99

Fritz Letsch hat Augusto Boal in den 80er Jahren kennengelernt und seitdem maßgeblich für die Verbreitung des Theaters der Unterdrückten in Deutschland gesorgt. Zahlreiche Artikel und mehrere Sammelbände über das Theater der Unterdrückten in Deutschland wurden von ihm initiiert und verfasst.

Bárbara Santos arbeitete als Koordinatorin des Zentrums des Theaters der Unterdrückten (CTO-Rio) seit den 90er Jahren eng mit Augusto Boal zusammen. In diesen Tagen erscheint die englische Ausgabe ihres Buches „Theatre of the Oppressed – Roots and Wings. A Theory of Practice“.

Prof. Dr. em. Dipl.-Psych. Henry Thorau hat Augusto Boal im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht mit Artikeln und Reportagen in der ZEIT, in Theater heute und der Herausgabe von Boals „Theater der Unterdrückten“ im Suhrkamp Verlag, 1979. Zuletzt erschien im Alexander Verlag, Berlin, Henry Thoraus Buch „Unsichtbares Theater“ (2. Auflage 2018).

In Vorbereitung für 2021: 100 Jahre Paulo Freire!

fritz-letsch.eineweltnetz.org/augusto-boal

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